Vereinshistorie Schachfreunde Sinzig e. V.

Gründung / Erste Jahre

Bereits vor der formellen Gründung traf sich eine Gruppe von Schachinteressierten seit dem Jahr 1973 im Gasthaus „Oberbillig“ in Bad Bodendorf zum lockeren Schachspielen. Dieses Gasthaus kann als Geburtshaus des Schachvereins bezeichnet werden, bei dem Johannes Welsch und Günter Oberbillig die „Hebammen“ waren. Dank des Schachfreudes und Gastwirtes Günter Oberbillig war es möglich, Turniere im Gasthaus auszutragen. Johannes Welsch leitet in der Zeit von 1974 bis 1978 die Gruppe und war inoffiziell 1. Vorsitzender.

Im Jahr 1978 wurde dann der Verein „Schachfreunde Sinzig“ von 14 Spielern gegründet. Gründungsmitglieder waren u. a. Johannes Welsch (1. Vorsitzender), Heinz Gostomzik (2. Vorsitzender), Kurt Graf (Turnierleiter und Pressewart) und Paul Strunk (Wart für Spiel-material).

Auf der Gründungsversammlung wurde auch entschieden, mit 2 Mannschaften an den Turnieren des Schachbezirkes Rhein-Ahr-Mosel teilzunehmen. Die 1. Mannschaft startete mit 8 Spielern in der Bezirksklasse und die 2. Mannschaft mit 4 Spielern in der 2. Kreis-klasse.

Bereits im Jahr 1980 ist im Turnierbericht von Heinz Gostomzik der Abgang von 5 Mitglie-dern erwähnt. Es ist jedoch zu vermuten, dass es auch wieder Neuzugänge gab, denn bis zum Jahr 1981 spielte man mit 2 Mannschaften in der Bezirks- und Kreisklasse.

Veränderungen und Aufschwung, Zeit von 1981 bis 1993

Bereits nach 3 Jahren gab es einschneidende Veränderungen. Die 1. Mannschaft musste nach wenig erfolgreichen Jahren – man beendete die Saison in der Bezirksklasse immer auf den letzten Tabellenplatz – in die neu gegründete A-Klasse absteigen. Johannes Welsch trat als 1. Vorsitzender zurück. Seine Nachfolge übernahm Heinz Gostomzik, der den Verein noch bis zum Jahr 2009 als 1. Vorsitzender leiten sollte. Gustav Heyer wurde 2. Vorsitzender und Spielleiter.

1981 fiel auch der Startschuss für die Jugendarbeit der Schachfreunde Sinzig. Unter Anlei-tung des erfahrenen Trainers Wilfried Zukunft erlernten zahlreiche Jugendliche bei den Spielnachmittagen in der Sinziger Grundschule das königliche Spiel. Mit der konsequenten Nachwuchsarbeit wurde das Fundament für die positive Entwicklung des Vereins gelegt. Ab 1982 wurden in den Spielklassen des Schachbezirkes Rhein-Ahr-Mosel regelmäßig bis zu 4 Mannschaften gemeldet. Einige Schachfreunde der damaligen Jugendgruppe sind auch heute noch aktiv. Hier sind Wolfgang Schäfer, Jörg Fabritius und Peter Scheuer zu nennen.

Von April bis Juni 1982 wurde ein Ranglistenturnier durchgeführt bei dem 28 Spieler teil-nahmen. Im gleichen Jahr gab sich der Verein die 1. Satzung und eine Finanzordnung.

Aufgrund der Vielzahl der neugewonnenen Jugendlichen konnte in den nächsten Jahren bis zum Jahr 1990 neben der normalen Stadtmeisterschaft eine Jugendstadtmeisterschaft durchgeführt werden. Die „jungen Wilden“, hier sind insbesondere Norbert Pösch, Peter Scheuer, Wolfgang Schäfer, Jörg Fabritius, Wolfgang Frömbgen und Heiko Jantz zu nennen,  dominierten dann bis zur Mitte der 1990er Jahre die vereinsinternen Turniere (Stadtmeisterschaft, Hesseler-Pokalmeisterschaft, Blitzturnier).

1982 gibt es noch den Umzug ins neue Spiellokal, in die Alte Schule am Kirchplatz (Schieß-bergschule) zu vermelden, in dem der Verein bis zum Jahr 1990 sein Domizil fand.

Sportlich ging es ab dem Jahr 1983 wieder bergauf. Man startete mit 3 Mannschaften in der A-Klasse und schaffte dann zum Saisonende 1984 den Wiederaufstieg in die Bezirksklasse. Mitte der 1980er Jahre hatte der Verein mit bis zu 35 Mitgliedern seine größte Mitgliederzahl zu verzeichnen.

Im Jahr 1991 ließen sich die Schachfreunde Sinzig als gemeinnütziger Verein ins Vereinsregister eintragen.

Im Jahr 1992 ließ man sich etwas Besonderes einfallen. Großmeister Vlastimil Hort, einer der besten deutschen Schachspieler, kommt Ende März zum Simultankampf ins Haus der offenen Tür nach Sinzig. Obwohl sich nur 18 Spieler auf den Simultanwettkampf einließen, war es für die Spieler und die Zuschauer ein interessanter und kurzweiliger Nachmittag. Am Ende konnte sich Großmeister Hort mit 18:0, deutlicher als erwartet durchsetzen, denn an ein paar Brettern lag auch ein Remis in der Luft.

Vlastimil Hort mit großmeisterlicher Vorstellung

Auch für den 1. Vorsitzenden Heinz Gostomzik war 1992 ein besonderes Jahr. Er konnte, nach langen Jahren, in denen die jungen Spieler regelmäßig die Titel der Vereinsmeister-schaften gewannen, sich gegen die starke Konkurrenz durchsetzen und den Titel des Stadtmeisters erringen. Ein unerwarteter Erfolg, über den er sich sehr gefreut hat.

Im Jahr 1993 gelingt dem Verein endlich der ersehnte Aufstieg in die Rheinlandliga. Am letzten Spieltag in Nickenich musste unbedingt ein Sieg her, um den ärgsten Verfolger, die Mannschaft aus Cochem, auf Distanz zu halten. Nach langen Stunden des Ringens am Schachbrett sprang am Ende ein verdienter 5:3 Erfolg und mit 16:2 Mannschaftspunkten der Aufstieg heraus.

In der Saison 1993/1994 meldete man zum ersten Mal 5 Mannschaften, davon die erste in der Rheinlandliga und die Mannschaften II bis V in den Klassen des Schachbezirkes.

Der Schach-Aufsteiger aus Sinzig

Wechselvolle Jahre mit Höhen und Tiefen (Zeit von 1994 bis 2009)

Nach der Hochphase verließen bis zum Jahr 1997 einige, vorwiegend ehemals jüngere Spieler, den Verein, die meist aus beruflichen Gründen aus Sinzig und Umgebung wegzogen und es Ihnen nicht mehr möglich war am Vereinsleben teilzunehmen. Bis zum Ende der 1990-Jahre geht die Mitgliederzahl auf nur noch 23 zurück.

Einen erneuten Aufschwung erlebt der Verein im Jahr 2000 durch den Zugang von Dr. Helmut Becher vom SC Remagen und weitere Spieler, wodurch die Mitgliederzahl wieder bis auf 30 anstieg. Ebenfalls im Jahr 2000 wurde das sommerliche Grillfest, welches in den ersten Vereinsjahren durchgeführt wurde aber dann wieder einschlief, wiederbelebt. Bis zum Zusammenschluss mit dem SC Remagen hat der Verein das Grillen in entspannter Atmosphäre jedes Jahr im August durchgeführt.

Bereits im Jahr 2001 kann der Verein aufgrund der Neuzugänge wieder oben in der Rheinlandliga mitmischen. Am letzten Spieltag reicht es gegen den Mitfavoriten aus Remagen nach fast 6 Stunden Spielzeit jedoch nur zu einem 4:4 und man muss dem Lokalrivalen den Aufstieg überlassen. Jedoch können die 2. und 3. Mannschaft in A- und B-Klasse die Meisterschaft erringen.

Die Jahre 2002 und 2003 verlaufen in sportlicher Hinsicht wechselvoll. Während man im Jahr 2002 aus der Rheinlandliga absteigt, gelingt im Jahr 2003 der direkte Wiederaufstieg. Im gleichen Jahr feiert der Verein sein 25-jähriges Bestehen mit einem Schnellturnier bei dem 24 Spieler teilnehmen. Sieger wird IM Yuri Boidman mit 6 Punkten aus 7 Partien. Als beste Sinziger Spieler zeichnen sich Stephen Kutzner und Lars Meyer mit 4 Punkten aus.

Ab Mitte der 2000er Jahre hat man wieder über 30 Mitglieder und man versucht erneut in die 2. Rheinland-Pfalz-Liga aufzusteigen. In den Jahren 2006 bis 2009 scheitert man mit 2. und 3. Plätzen immer nur knapp.  Nach der Saison 2008/2009 und des erneut gescheiterten Aufstieges treten gravierende Änderungen ein. Helmut Becher und einige andere Spieler verlassen den Verein – es bleiben nur noch 18 Mitglieder übrig!

Auch der langjährige 1. Vorsitzende Heinz Gostomzik gibt aus Altersgründen sein Amt im Jahr 2009 auf. Insgesamt 28 Jahre hat er die Geschicke der Schachfreunde Sinzig als
1. Vorsitzender geleitet und den Schachverein durch alle Höhen und Tiefen geführt. Neuer 1. Vorsitzender wird der langjährige 2. Vorsitzende und Spielleiter Wolfgang Frömbgen.

Besuch des WM-Kampfes Anand gegen Kramnik im Oktober 2008 in Bonn

v. l.n.r.: Heinz Gostomzik, Wolfgang Frömbgen, Heiko Jantz

Phase der Konsolidierung und Spielgemeinschaft (Jahre ab 2009 bis 2016)

Nach dem gravierenden Umbruch und dem Weggang von einigen starken Spielern konnte in der folgenden Saison der Abstieg aus der Rheinlandliga nicht verhindert werden. In den Folgejahren gelang jedoch die Konsolidierung und die Mitgliederzahl stieg wieder auf 20 bis 25. Im Jahr 2012 gelingt der 1. Mannschaft wieder der Aufstieg in die Rheinlandliga.

Die mit den Schachfreunden aus Bad Breisig angestrebte Spielgemeinschaft kommt nicht zustande, da sich die Breisiger Vereinsmitglieder mehrheitlich dagegen aussprechen.

Im Jahr 2013 führt der Verein die zentrale Endrunde der Rheinlandliga in der Vinxtbachhalle in Waldorf durch, bei der man die Erfahrung gewann, dass sich die Halle für größere Schachveranstaltungen bestens eignet. Die Sinziger Mannschaft konnte am Abschlussspieltag leider nur den 9. Platz erreichen. Ein Verbleib in der Rheinlandliga war dennoch möglich, da eine Mannschaft aus Trier sich aus der Klasse zurückzog.


Zentrale Endrunde der Rheinlandliga am 17.03.2013 in der Vinxtbachhalle in Waldorf

Im Jahr 2013 konnte die Hesseler-Pokalmeisterschaft wegen zu geringer Teilnehmerzahl nicht durchgeführt werden. Da der Pokalwettbewerb an Attraktion verloren hatte, wurde als Ersatz wurde ein Schnellturnier eingeführt.

Im Jahr 2014 wurde beschlossen mit dem Schachclub SC 1950 Remagen eine Spielgemein-schaft zu bilden, da die Mitgliederzahlen bei beiden Vereinen rückläufig waren. Im gleichen Jahr fanden bereits erste Gespräche über eine mögliche Fusion der beiden Vereine statt.

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Vereinshistorie Schachclub Remagen-Sinzig, seit Juni 2016

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Vereinshistorie Schachclub 1950 Remagen e. V.